12.10.2020
Beruf und Berufung

Hans-Jürgen van Akkeren mit Archäologie-Preis geehrt

Für seine außerordentlichen Verdienste bei der Bewahrung und höchst lebendigen Vermittlung des archäologischen Erbes in seiner Heimatregion sowie den Einsatz neuester Vermittlungs- und Visualisierungsmethoden, die Landesweite Beachtung finden, wurde Hans-Jürgen van Akkeren mit dem „Sonderpreis des Archäologie-Preis Baden-Württemberg 2020“ geehrt. Am 07. Oktober 2020 nahm van Akkeren die Auszeichnung von Staatssekretärin Katrin Schütz, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, in Stuttgart entgegen. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis besteht aus einer Urkunde und einer Nachbildung der aus Goldblech gefertigten Schöpf- und Trinkschale aus dem Grab eines Keltenfürsten bei Hochdorf. Seit 1981 wird die Auszeichnung alle zwei Jahre durch das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e. V. und den Förderkreis für Archäologie in Baden e. V. vergeben. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, entscheidet eine Jury über die Vergabe des Preises.

Archäologie und Informationstechnik - auf den ersten Blick haben diese beiden Dinge nicht viel gemeinsam. Für Hans-Jürgen van Akkeren gehören sie aber seit jeher zusammen. „Mein Vater war Elektrotechniker und als Kind wollte ich das auch werden.“ Hinzu kam außerdem früh das Interesse für Geschichte. „Vor allem mittelalterliche Geschichte hat mich schon als Jugendlicher interessiert.“ Elektrotechniker ist der 55-Jährige zwar nicht geworden, aber als Netzwerkadministrator hat er im Europa-Park seinen Traumberuf gefunden. „Hier ist es besonders abwechslungsreich und es wird nie langweilig“, schwärmt van Akkeren: „Das ist genau das, was mir so viel Freude bereitet.“ Auf die Frage, warum er nicht hauptberuflich Archäologe geworden ist, scherzt van Akkeren: „Archäologie und Geschichte sind zwar tolle Themen, aber wenn ich diese als Hauptberuf ausüben würde, welche Hobbys hätte ich dann?“

Zusätzlich zu seiner ehrenamtlichen Arbeit im Namen der Denkmalpflege hat van Akkeren außerdem ein Handbuch für seine ehrenamtlichen Kollegen verfasst und 1999 eine gut besuchte Internetseite, www.breisgau-burgen.de, zum Thema Burgen in Breisgau mit einem landesweit genutzten Forum ins Leben gerufen. Zudem holte er 2010 eine original getreue Nachbildung des Ruster Schwerts in den Europa-Park, fertigte eine Urkunde für die wiedereröffnete Indoor-Themenfahrt „Piraten in Batavia“ an, rekonstruierte die Stadt Freiburg als 3D-Modell und stellte die Faksimiles mittelalterlicher Urkunden für verschiedene Museen in Handarbeit her.

Seit 2001 arbeitet Hans-Jürgen van Akkeren tagsüber als Netzwerkadministrator im Europa-Park, abends realisiert er unzählige Projekte. Es sieht fast so aus, als habe van Akkerens Tag mehr als 24 Stunden. „Man muss sich nur organisieren können. Ich mache nie viele Dinge gleichzeitig, sondern immer nur eins nach dem anderen. Jeder hat ein Hobby, in das er seine Zeit investiert. Bei mir ist es eben die Archäologie, Fotografie, Kunst und meine ehrenamtliche Tätigkeit. Andere gehen angeln und segeln, die müssen sicher genau so viel Zeit investieren“, erklärt van Akkeren. Oft stecken bis zu 100 Arbeitsstunden in seinen Projekten. Ehrenamtlich tätig zu sein, ist für van Akkeren Hobby und Berufung zugleich. Dafür müsse man keine besonderen Kenntnisse mitbringen. „Jeder kann mit seinem Wissen ein Ehrenamt, egal in welcher Richtung, ausfüllen und sich mit einbringen. Die individuellen Fachkenntnisse eines jeden Einzelnen sind wertvoll und können von großem Nutzen sein. Das ist es, was ich den Menschen vermitteln möchte.“ Seinem Ziel, ehrenamtlicher Arbeit eine Plattform in der Öffentlichkeit zu geben, ist er nun einen Schritt näher gekommen.

  • Hans-Jürgen van Akkeren bei der Preisübergabe mit Staatssekretärin Katrin Schütz (Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart/ Andreas Dubslaff)

  • Hans-Jürgen van Akkeren

  • In detaillierter Handarbeit hergestellte Faksimile des Nibelungenlieds